Bemerkenswert

Seit zwei Jahren blogge ich

Motorradfahrten und Hüftgelenk, E-Bike und Erwin Wurm, Fasching und Osterkrippen, Sunset am Kap Sunion und eine versteckte Kirche im Südburgenland, ID Austria und Digitaler Euro, das alles und mehr gibt es in meinem Blog. Und Spaß solltet ihr daran haben, dann ist auch meiner nicht umsonst.

Die Blogs sollten ursprünglich über die Erlebnisse eines Pensionisten erzählen

Am 8. März 2024, drei Monate nach meinem Pensionsantritt, habe ich meinen ersten Blog verfasst. Damals wusste ich nicht, worauf ich mich dabei einlasse. Ich wollte einfach, wenn es mich freut und ich mit dem Motorrad unterwegs war, davon erzählen, damit meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, wie von einigen gewünscht, auch etwas davon haben.

Aber der ganze Prozess begann eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln, mit jedem Blogartikel machte es mir mehr Spaß, zu erzählen und zu formulieren. Und so kamen zu den Motorrad-Geschichten bald meine Erzählungen zum Thema E-Bike dazu. Meine damals nicht besonders ausgeprägte Fitness und ein ein neues Hüftgelenk habe ich ebenfalls thematisiert.

Andere Länder, Geschichte und Kultur und „alles mit Computern“ sind die Themen

Die Erinnerungen an meine Wochen in Indien sind weit mehr gelesen worden als ich dachte, genauso ist es mit diversen Urlaubsgeschichten. Zum Motorrad ist rasch das E-Bike dazu gekommen, wobei es mir in beiden Fällen weniger um das Fahren an sich, sondern mehr um das Erlebnis rundherum geht. Darum ist ein großer Teil des Aufwands auch die fundierte Hintergrundrecherche, die neben den Geschichten auch etwas Mehrwert liefern soll.

Immer wichtiger wurden Sicherheitsthemen rund um Handy und PC genauso wie die ID Austria, wo die staatlichen Stellen genauso wie Seniorenorganisationen zu erkennen beginnen, dass persönliche Unterstützung notwendig ist, um allen, die es brauchen und wollen, auch zu ermöglichen.

Die bildende Kunst hat mich schon immer interessiert, wobei ich in meinen Blogs immer mehr einen etwas unkonventionelleren Zugang haben will, der den Fokus etwas vom Fachlichen weg zu einem persönlichen, nicht immer ganz ernst gemeinten Blick lenkt.

Zwei Blogs pro Woche und 10.000 Zugriffe innerhalb eines Jahres aus der ganzen Welt

In 24 Monaten sind 165 Blogs entstanden, das sind fast 7 pro Monat oder sehr oft 2 Blogs in der Woche. In der Zwischenzeit sind die Zugriffe weit weniger durch meine recht geringe aktive Bewerbung sondern weltweit über verschiedenste Suchmaschinen entstanden.

Knapp über 10.000 Zugriffe sind es dann im Jahr 2025 geworden, wobei für mich immer klar ist, dass es ein Hobby ohne finanzielle Interessen ist und es daher auch keine Kooperationen gibt und geben wird. Unabhängigkeit ist mir in der Pension auch hier ganz besonders wichtig. Unter anderem auch darum bezeichne ich mich bewusst nicht als „Digital Creator“.

Und was gibt es im Jahr 2026?

Und so gibt es heuer nach der Serie über 100 Jahre Österreichischer Schilling eine Blog-Reihe, die sich mit dem Brauchtum aus meinem Erleben und meinen Erinnerungen beschäftigt, wovon aber vieles auch heute noch lebendig ist.

Einige längere Motorradreisen sind schon in konkreter Planung, darüber wird es sicher viele Berichte geben, mehr will ich aber aber noch nicht verraten. Aber es gibt auch einige Ziele mit dem E-Bike, über die ich dann erzählen möchte und die Liste der Ausstellungen, die ich heuer besuchen will, ist auch schon recht lang. Das Elektroauto wird heuer auch nicht zu kurz kommen.

Meine Hauptbeschäftigung ist aber noch länger als gedacht die Familiengeschichte, die sich über die Zeit von 1850 bis heute zieht. Sie wird aber nur im Bereich der Familie veröffentlicht werden, über den Prozess der Entstehung möchte ich aber doch in meinem Blog erzählen.

Wenn mir dabei ihr als meine Leserinnen und Leser weiterhin treu bleibt und auch eventuell das eine oder andere „Gefällt mir“ hinterlässt, wird das auch noch weiter mein Ansporn sein.

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Bemerkenswert

Zehntausend (10 K)

Ein Dankeschön an alle meine Leserinnen und Leser! Ich bin überwältigt! Ihr habt meinen Blog in den letzten 17 Monaten 10.000 Mal aufgerufen! Dabei mache ich nichts besonderes, versuche niemanden zu beeinflussen, sprich ich bin keiner und will auch kein Influencer sein, der milde (oder auch nicht) über diese Zahl lächelt.

Ich schreibe einfach darüber, was ich bei diversen Aktivitäten erlebe. Es soll kurzweilig sein und beim Lesen Spaß machen, manchmal informativ und immer authentisch sein. Die Bilder stellen keinen Profi-Anspruch, sondern sind so, wie ich schon viele Jahre fotografiert habe, Schnappschüsse von Landschaft und Natur, unverfälscht und ungefiltert, ist halt nicht Tiktok-gerecht, aber dort poste ich ja sowieso nicht.

Wenn es euch gefällt, freue ich mich auch über ein Abo!

Bemerkenswert

Bloggen aus Leidenschaft

Mein Name ist Reinhold und ich habe als Pensionist diesen Blog gestartet. Warum das auch ein Jahr später noch Spaß macht und ich euch mitnehmen möchte, erkläre ich euch hier mit einem kleinen Ausblick.

Anfang April 2025

Mittlerweile ist es mehr als ein Jahr her, daß ich meine neue „Karriere“ als Blogger gestartet habe. In dieser Zeit ist mein Respekt für professionelle Influencerinnen und ihre männlichen Pendants fast ins Unermessliche gestiegen, weil ich jetzt weiß, wieviel Aufwand dahinter steckt.

WordPress, mit dem ich meine Seite hier gestalte, ist per se kein so schnelles Medium wie Instagram oder TikTok, was mir mehr entspricht, weil ich genau diese Reaktionsgeschwindigkeit nach 20 Jahren Consulting-Berufsleben nicht mehr möchte. Und da ich meine Stimme nicht hören mag und mich in Filmen und seien sie noch so kurz, auch nicht sehen mag, fallen diese für die Kürze noch aufwendigeren Medien für mich ja weg.

Spaß schließt Qualität nicht aus

Ich habe seit meinem Start am 11.März 2024 rund 100 Blogs geschrieben (für die, die nachzählen: Anfang April 2025 waren es 91 veröffentlichte und rund 10 in der Entwurfsphase) und der Aufwand ist größer als ich zu Beginn dachte. Aber wenn man den Anspruch an ein gewisses Niveau hat und ohne KI auskommen will (ja, diese Option gibt es noch immer), ist man auch als „Nano-Influencer“ ohne finanzielle Interessen recht beschäftigt.

Dann braucht es auch eine gewisse Zeit, die Dinge vorher zu erleben, über die ich dann schreibe (oder auch nicht), und ein bisschen Recherche schadet dem Inhalt auch nicht. Was ich aber versprechen kann, daß die Bilder in den Beiträgen zu 99% nicht nachbearbeitet sind, weil es mir einerseits zu aufwendig ist und andererseits so authentischer bleibt.

Ausblick auf die nächsten Inhalte und Themen

Die Themen werden sich auch im zweiten Jahr nicht ändern, meine Palette ist ja sowieso recht groß, wie ihr in den Drop-Down Menüs sehen könnt. Das entspricht zwar nicht immer den Regeln eines erfolgreichen Blogs, aber ich möchte mich da nicht einschränken, auch um zu zeigen, daß Pensionisten oder Rentner breite Interessen haben können, wenn sie wollen.

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist meine Operation für ein neues Hüftgelenk. Hier möchte ich mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen helfen, Ängste und Vorbehalte abzubauen. Den Blog dazu gibt es nach Ostern zu lesen.

Die Indien-Tagebücher aus dem Jahr 2007 werden mit Ende April/Anfang Mai 2025 zu Ende sein, dafür wird etwas später unter dem Motto „Vom Lochstreifen zur KI “ eine Serie zu meinen mehr als 40 Jahren in der Welt der Computer kommen.

Kleine Verbesserungen gibt es natürlich auch: Die Links werden wo immer möglich, direkt in den Text eingebaut, so erspart man sich das fortführende Suchen.

Nicht nur für Pensionstinnen und Pensionisten

Auch wenn es der Blogname suggeriert, schreibe ich nicht nur für Pensionstinnen und Pensionisten, sondern für alle, die interessiert an neuen Orten sind, egal ob mit Motorrad oder E-Bike erreicht, gerne ins Museum oder eine Ausstellung mitgenommen werden oder so manche Gedanken nachverfolgen mögen.

In diesem Sinn freue ich mich über viele Followerinnen und Follower, noch mehr Leserinnen und Leser und auch Abonnentinnen und Abonnenten, frei nach dem Motto der Mel in den Videos von Wolf im Youtube-Channel Wolfs Bike on Tour TV: „Es kost‘ nix und den Reinhold freut’s!“

Und über den einen oder anderen Kommentar freue ich mich natürlich auch!

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Kennen Sie das Ablaufdatum Ihres ID Austria Zertifikates?

Rund 300.000 Zertifikate für die ID Austria laufen in den nächsten Monaten ab.
Das Bundeskriminalamt meldet dazu eine Betrugswelle, bei der Kriminelle den Ablauf digitaler Zertifikate nutzen wollen, um an Ihre Bankdaten zu gelangen. Mit diesem Blog helfe ich Ihnen, das zu verhindern.

Dieses Wissen ist der beste Schutz gegen die aktuellen Phishing-Versuche, die es auf ihre Bankdaten abgesehen haben.

Bedenken Sie: Weder eine Bank noch eine öffentliche Institutionen sendet SMS oder ruft sie ohne ihren vorherigen Kontakt an. Falls Sie trotzdem eine E-Mail oder SMS erhalten haben (könnte 30 Tage vor Ablauf sein), prüfen Sie am besten ausschließlich über die offizielle Seite id-austria.gv.at oder direkt in der App, ob eine Verlängerung tatsächlich notwendig ist.

Was kann ich als ID Austria Benutzer tun?

1. Starten Sie Ihre ID Austria App.
Sie können bereits am ersten Schirm den Hinweis zu SMS Betrugsversuchen lesen:

Rufen sie ihr Konto auf (das Icon im unteren Bereich, siehe Bild oben). Scrollen Sie nach unten. Nach Benutzername, Typ und Zertifikatsseriennummer finden Sie
„Zertifikat gültig bis:“

3. Einige Wochen vorher (nicht einige Tage oder gar am letzten Tag!) sollten Sie sich um die  Verlängerung kümmern. So haben Sie Zeit genug, falls andere gerade die gleiche Idee haben und es nicht auf Anhieb klappt.
Sonst heißt es wieder persönlich zum Amt zu pilgern und den Registrierungsprozess neu zu starten!

Die Verlängerung selbst ist kostenlos und erfordert lediglich die Anmeldung mit der bestehenden, noch gültigen ID Austria, um ein neues Signaturzertifikat auszustellen. 

4. Rufen sie am Besten auf einem Zweitgerät die Verwaltung ihrer Zugangsdaten auf:
https://www.id-austria.gv.at/de/verwalten/zugangsdaten-und-zertifikat-verwalten

Scrollen Sie bis zu „Ich will meine ID Austria verlängern“ und rufen Sie den Button „ID Austria verlängern“ auf.

5. Melden sie sich an und bestätigen sie in der Handy-App den Vergleichswert. Wenn sie das Ablaufdatum ihres Zertifikates überschritten haben, können sie diesen Schritt nicht mehr durchführen und müssen zum Amt für den weiteren Prozess. Darauf werden sie am nächsten Schirm auch noch hingewiesen:

Jetzt können Sie die Daten und die Gültigkeitsdauer Ihrer ID Austria einsehen.

5. Mit österreichischer Staatsbürgerschaft kann über diesen Online-Prozess verlängert werden.

Bei der Verlängerung  wird unter Verwendung Ihrer bestehenden qualifizierten Signatur ein neues Signaturzertifikat für fünf Jahre ausgestellt. Ihr altes Zertifikat wird dabei widerrufen, alle bisher signierten Dokumente bleiben gültig. Das müssen sie am nächsten Schirm mit den 3 Haken auch noch bestätigen:

Mit „Weiter“ starten Sie die Verlängerung. Damit haben Sie ihr Zertifikat erfolgreich verlängert, das neue Gültigkeitsdatum finden Sie ganz unten an der von Vorhin bekannten Stelle (in der Regel sind es wieder weitere 5 Jahre).

So brauchen Sie die Phishing-Versuche nicht zu beachten und darauf möglicherweise hineinfallen.

Ohne Österreichische Staatsbürgerschaft trotzdem zum Amt

Wenn Sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, müssen Sie leider trotzdem zum Amt gehen, was nicht einzusehen ist, da sie ja amtsbekannt sind (Steuernummer, Sozialversicherung, Meldedaten, usw.). Leider ist es derzeit aber noch immer so.

Falls sie doch zum Opfer geworden sind:

  • Ändern Sie die Zugangsdaten und lassen Sie das Online-Banking sofort sperren
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
  • Überwachen sie Trotzdem Ihre Kontobewegungen und dokumentieren Sie verdächtige Transaktionen
  • Machen Sie eine Meldung an die Cybercrime-Meldestelle des BKA: against-cybercrime@bmi.gv.at

Natürlich ist die Verlängerung des ID-Austria-Zertifikats wichtig – aber lassen Sie sich nie unter Druck setzen und verwenden sie nur die offiziellen Kanäle in der Art, wie sie sie sonst auch aufrufen. Bei verdächtigen Nachrichten gilt: Nicht reagieren, nicht klicken, sofort prüfen. Falls auch noch das Bauchgefühl nicht eindeutig Ja sagt, lieber nochmals prüfen.

Auf der Suche nach dem Unmerklichen in Lindabrunn

Ich lasse mich, obwohl ich nicht wirklich etwas davon verstehe, gerne auch auf im ersten Moment außergewöhnliche künstlerische Herangehensweisen ein.
Darum kann ich in diesem Blog über „Das Unmerkliche“ berichten, das zwei Künstlerinnen am Symposion Lindabrunn ins Merkliche gebracht haben.

Was kann man an einem sonnigen Ostermontag in Lindabrunn machen? Man kann zum Beispiel am Symposion dem Wind lauschen und dabei die Flora wirken lassen. Das haben auch zwei Künstlerinnen eine Woche lang gemacht.

Zum Abschluss ließen sie das interessierte Publikum auf Einladung des Vereins Symposion Lindabrunn im Salon im Grünen im Rahmen einer kuratierten Streiftour durch das Gelände des Symposiums auf recht spannende Weise an ihren Arbeitsprozessen teilhaben.

Das Symposionsgelände in Lindabrunn

Das Symposion Lindabrunn gilt als schützenswertes Trockenrasengebiet und beherbergt viele seltene Arten von Tieren und Pflanzen. Das Gelände ist darüber hinaus Naherholungsraum, Kunstarena und Weidefläche zugleich und diente früher den Bewohnern als Halt für Kühe, Ziegen, Schafe, die bis auf die gepflanzten Kirschbäume komplett kahl war.

Das Unmerkliche am Symposion

Jetzt könnte man auch philosophisch an das Unmerkliche herangehen. Dabei gefällt mir persönlich am Besten, dass es den unmateriellen Aspekt des Göttlichen charakterisiert, der im materiellen Leben nicht leicht zu erfassen ist.

Jeder, der mit offenen Augen und Ohren über das Gelände am Symposion geht, spürt diesen besonderen Reiz der Landschaft mit seinen seit vielen Jahren eingebetteten Skulpturen. Das hat auch die beiden Künstlerinnen Elisabeth Wildling und Veronika Mayer dazu inspiriert, dieses Unmerkliche mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten erkennbar zu machen.

Elisabeth Wildling und Veronika Mayer

Neben zwei Lärchen, die sie entdeckt hatten und die vermutlich zur Gattung der Wienerwaldlärche gehören, hatten es ihnen besonders eine Birke und eine Schirmföhre angetan. In ihrem einwöchigen gemeinsamen Prozess aus Beobachten, Hören und Vergegenwärtigen entfaltete sich eine ortssensitive künstlerische Praxis, die der Situation antwortet, statt sie abzubilden. Wir durften den beiden Künstlerinnen kurze Zeit dabei über die Schulter schauen und hören, wie sie das in Bild und Ton umgesetzt hatten.

Veronika Mayer, die „Tonkünstlerin“, bereitete sich sogar mit Wetter-und Wind-Apps darauf vor, einen möglichst günstigen Zeitraum für Ihr Experiment zu finden, was aufgrund der Wetterlage vor Ostern gar nicht so einfach war. Mit einem Geophon, das sie im Erdreich am Wurzelansatz des Baumes plazierte, wurden die Klänge auf dieser Ebene hörbar gemacht und technisch verstärkt und vermischten sich mit den normalen  Windgeräuschen. Der Ton, den der Wind am Fuß der jungen Birke erzeugte, war hell, während der Ton bei der Schirmföhre tiefer und voller erschien.

Geophone werden in der Kunst eher selten eingesetzt, dienen aber unter Anderem im Bergbau zur Lagerstättensuche,werden aber auch in Erdbebengebieten zur Ortung von Überlebenden in eingestürzten Häusern verwendet.

Elisabeth Wildling befasste sich mit der visuellen Darstellung des Unmerklichen, in dem sie mit einer Folie, die einerseits Licht reflektiert, aber auch bestimmte Spektren durchlässt und so die  Bäume und trockenen Gräser rundherum in einer ganz besonderen Art und Weise darstellt. Auch die Kuhschelle kam so zu künstlerischen Ehren.

Auf diese Weise geschult und vorbereitet zogen die Besucherinnen und Besucher mit den beiden Künstlerinnen ins Haupthaus, wo die Umsetzung in eine audiovisuelle Projektion gezeigt wird. Das spannende dabei ist, dass Bild und Ton nicht synchron  sind und beides nachbearbeitet ist. So entstand ganz bewusst keine Dokumentation des Ist-Zustandes sondern eben die Darstellung des Unmerklichen, wenn man sich als Betrachter darauf einlässt.

Vergleiche mit bekannten Kunstwerken

Prof. Christian Kvasnicka verglich die positiven Projektionen mit dem „Großen Rasenstück“ von Albrecht Dürer und die negativen Projektionen mit den Baumbildern eines der berühmtesten amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts, Ansel Adams.

Ich hatte im Jahr 2019 die Gelegenheit, das Dürer-Bild, das im Original nur 40,8 x 31,5 cm mißt, in der großen Ausstellung seiner Zeichnungen in der Albertina zu sehen und zu fotografieren und so kann ich hier beides gegenüberstellen.

Projektion

Albrecht Dürer | Das große Rasenstück | 1503 | ©Albertina Museum, Wien

Ansel Adams wurde vor allem bekannt durch seine eindrucksvollen Landschafts- und Naturfotografien  aus den Nationalparks, National Monuments und den Wilderness Areas im Westen der Vereinigten Staaten, für deren Erhalt er sich zeitlebens eingesetzt hat.  Er gilt als ein Vertreter der „straight photography“, der „reinen Fotografie“, die, der Tradition des Realismus in der Malerei folgend, einer strengen Bildästhetik verpflichtet ist.

Projektion der Schirmföhre

Realismus versus das Unmerkliche

Sowohl der Zeichner Albrecht Dürer (1471–1528) als auch der Fotograf Ansel Adams (1902-1984) gelten als Meister des Realismus in ihrem jeweiligen Bereich und trotzdem haben die beiden Künstlerinnen aus meiner ganz unkünstlerischen Sicht mit ihrem Ansatz mehr das Unmerkliche abzubilden, eine ähnliche Dichte mit ihren Projektionen erreicht.

So endete der Nachmittag für uns Zuhörende und Zusehende mit einer neuen Sicht auf die Vielfalt der Natur am Gelände des Symposions Lindabrunn.

Zur Einordnung einige Details zu den beiden Künstlerinnen

Elisabeth Wildling arbeitet als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie studierte Digitale Kunst (vorm.visuelle Mediengestaltung) und Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ihre Werke wurden bei Ausstellungen und Festivals international präsentiert, darunter: Chemistry of Life, Globart Academy, ehem. Sammlung Essl, Klosterneuburg (AT), Into Silence, Festival Philosophy Unbound – DETEXT, New Delhi, (IN), Un/Controlled Spaces und viele weitere nationale und internationale Events.

Veronika Mayer studierte Klavier, Instrumental- und elektroakustische Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und ist Komponistin zeitgenössischer experimenteller Musik, deren Spektrum von Instrumentalstücken über elektroakustische Kompositionen bis hin zu Klanginstallationen reicht.

Radrunde mit Schneebergblicken

Traumhaftes Osterwetter, der Schneeberg zum Angreifen nah und viele Frühlingsboten fanden wir auf unserer ersten richtigen Radrunde des Jahres.

Endlich war am Ostersonntag das Wetter auch für uns Schönwetter-Radfahrer so, dass meine Frau gleich am Morgen den Vorschlag machte, eine Runde in der Sonne zu machen. Das bedeutet nicht, dass wir noch nie bei Schlechtwetter unterwegs gewesen wären, da gibt es Beispiele unter anderem von einem Wolkenbruch in Kärnten oder Nebel in Wr.Neustadt, aber das passiert dann einfach wenn man bereits unterwegs ist.

Und so war der Plan nach einigen kleineren Arbeiten im Garten eine kleine Runde zu fahren und unterwegs ein kleines Stanitzel Eis (für die deutschen Feunde: eine Tüte, Hörnchen, Waffel, die Schweizer Leserinnen und Leser sagen Cornet) zu genießen.

Viele Radwege zur Auswahl

Ein Vorteil im südlichen Niederösterreich sind die vielen verschiedenen Radwege und öffentlich befahrbaren Güterwege, die es trotz recht dichter Besiedlung möglich machen, Straßen praktisch nur zu queren und außerhalb von Ortschaften nie länger als einige 100 Meter entlang zu  fahren.

So starteten wir über den Triestingtal-Radweg, von wo wir beim Bahnhof Leobersdorf in den Thermen-Radweg in südlicher Richtung wechselten. Dieser gehört auch zum niederösterreichischen Teil des Eurovelo 9.

Vom Kanal in die Au und Schneeberg schauen

Gemeinsam mit dem Wr.Neustädter Kanal überquerten wir über jeweils eine der  Flußbrücken den Triesting-Hochwassergraben und die Triesting, bis wir bald danach Richtung Schönau in den Triestingau-Radweg wechselten.

Diese beiden Bilder habe ich bereits im Herbst 2022 aufgenommen.

In Tattendorf beschlossen wir, unser Eis in Bad Vöslau zu holen. Hinter der Pfarrkirche führt ein Weg quer über die Ebene Richtung B17, vorbei an blühenden Kirschbäumen. Und hier stand er, nicht zu übersehen, mächtig und weiß, fast zum Angreifen. Der Hausberg der „Wiener Alpen“, der Schneeberg , thronte im Hintergrund des Wiener Beckens und leuchtete mit den Kirschblüten praktisch um die Wette. So machte die erste richtige Radausfahrt des Jahres richtig Spaß.

Die Rehe auf der anderen Seite des Weges ließen sich nicht so einfach mit dem Handy fotografieren, genauso wie der Fasan, der sich in ein Gebüsch flüchtete. Weiter fuhren wir zuerst ein kleines Stück Richtung Helenental-Radweg und dann über den Harter Berg südöstlich von Sooß, wo der Schneeberg das Panorama im Hintergrund dominierte, scheinbar rechts der Vöslauer Harzberg mit der Jubiläumswarte, links davon die Rax und das Hochplateau der Hohen Wand.

Am Blick Richtung Helenental mit der Ruine Rauheneck steht davor am NÖM-Gelände das neue Hochregallager, das quasi von innen nach außen gebaut wird. Das spezielle Stahlgerüst der Regale ist fertig, die Verkleidung mit speziellen Paneelen soll demnächst beginnen.

Zur Eispause in Bad Vöslau

Am Weg hinunter entdeckten wir zwischen den Zeilen der Weinstöcke zwei Rehe, die sich diesmal fotografieren ließen, weil wir anscheinend gegen den Wind standen. Dann ging es den Gleisen der Südbahn entlang bis in die Kurstadt Bad Vöslau, wo wir uns am Schloßplatz dann doch ein etwas größeres Eis gönnten.

Nach einem kleinen Abstecher auf den Lindenberg bei Kottingbrunn ging es am Radweg wieder zurück nach Hause.

Die Route

Auch wenn das Wort „Berg“ mehrmals vorkommt, hat die Route auf den gut 30 Kilometern nur gemächliche 160 Meter Höhenunterschied.

Und weil er am Routenplan so markant in der Mitte liegt: Der Flugplatz Vöslau-Kottingbrunn ist einer der Marktführer im Bereich der nicht gewerblichen Luftfahrt in Österreich mit mehr als 30 000 Flugbewegungen. Historische Bedeutung erlangte der Flugplatz, als die österreichische Regierungsdelegation am 11. April 1955 von Vöslau zu Staatsvertragsverhandlungen nach Moskau flog und Bundeskanzler Julius Raab nach Rückkunft am 15. April auf dem Flugfeld eine erste Rede über den erreichten Verhandlungserfolg hielt.

Link zur Route

Vom Palmsonntag zum Ostersonntag – die Karwoche

Vom Palmbuschen bis zum Spinat am Gründonnerstag erzähle ich in diesem Blog. Ich beschreibe weiter die Karfreitagsliturgie und das Ratschen bis hin zum Osterfeuer und dem Feuerprügel. Die Fastenkrippe ist das Gegenstück zur Weihnachtskrippe. Aufs Osterfrühstück und das Ostereier suchen wird auch nicht vergessen.

Diese Fastenkrippe habe ich 2026 aus dem Restholz eines mehr als 100 Jahre alten Nachtkästchens aus Familienbesitz gebaut.

Die Karwoche und Ostern im christlichen Kontext

Die Karwoche – das Wort wird aus dem althochdeutschen „kara“ oder „chara“ für Klage, Kummer, Trauer abgeleitet – wird in anderen Sprachräumen u. a. auch „Heilige Woche“, „Holy Week“, „Semaine sainte“ oder „Settimana Santa“ genannt.

Am Palmsonntag

Die eigentliche Vorbereitung auf Ostern beginnt am Palmsonntag. Palmen galten im alten Palästina als Zeichen der Königswürde und des Friedens. Die Christen gedenken mit Palmzweigen und einer Prozession des Einzugs Jesu in Jerusalem. Palmen wurden bereits im Altertum als heilige Bäume verehrt. Die gesegneten Palmzweige symbolisieren das wachsende Leben des Frühlings.

Der Palmbuschen für die Palmprozession gehörte und gehört am Palmsonntag zur Tradition. Der Grestner Opa band, wie viele Bauern im Mostviertel, seinen Buschen auf einen Stock, verziert mit Äpfeln und bunten Bändern und dieser war bis zu 2 Meter hoch. Die meisten Familien hatten einen kleineren Palmbuschen, den wir Kinder bei der Palmprozession tragen durften, die in Gresten vom Oberen Markt bis zur Pfarrkirche stattfand und noch immer stattfindet und mit der Palmweihe in der Pfarrkirche endete.

Daheim wurden dann die Hühner „eingehagert“. Meine Kusine, meine Schwester und ich liefen dazu mit dem Palmbuschen dreimal um das ganze Haus inklusive Stall, das sollte die Hühner vor dem Fuchs und anderen Gefahren schützen. Nachher wurde der geweihte Buschen in den Herrgottswinkel gestellt.

Ratschen in der Karwoche

Das Ratschen ist ein Lärmbrauch, der in verschiedenen Formen in den Tagen vor Ostern in weiten Teilen Österreichs praktiziert wird. Zentral dabei ist die sogenannte Ratsche, ein Holzschrapinstrument, dessen Geräusch von Gründonnerstag bis Ostersonntag die dann die verstummten Kirchenglocken, genau genommen nur die Klöppel, zu vertreten, die immer am Karfreitag nach Rom geflogen waren.

In meiner Kindheit und Jugend waren die Ratschenbuben unterwegs, heute sind es immer mehr Mädchen, die mehrmals täglich durch den Ort gehen, ratschen und Sprüche aufsagen. Ich kenne eigentlich nur einen, nämlich den Englischen Gruß:

„Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruaß, den jeder katholische Christ beten muass. Kniet’s nieder, kniet’s nieder auf euchere Knie, bet’s drei Vater Unser und a Ave Marie”.

Urkundlich erwähnt in Nordbayern im Jahr 1482, gibt es diesen Brauch bei uns seit dem 18.Jahrhundert und gehört mittlerweile zum immateriellen Kulturerbe.

Ich hatte auch eine Ratsche, die mir in Kienberg Herr Hladky gemacht hatte, ich kann mich aber nicht erinnern, ob ich in meiner Ministrantenzeit auch Ratschenbub war.

In Enzesfeld-Lindabrunn wurde und wird der alte Brauch des Ratschens von den Kindern auch gelebt. Die Mädchen und Buben mit ihren hölzernen Ratschen ziehen durch die Straßen und vertreten die Kirchenglocken bis zur Osternacht. Auch Bürgermeister Stefan Rabl begleitete im letzten Jahr die Kinder beim Einratschen persönlich.

Der Gründonnerstag

Am Gründonnerstag steht die Botschaft vom letzten Abendmahl Jesu mit seinen zwölf Jüngern im Mittelpunkt. Auf dieses Abendmahl geht auch das Sakrament der Eucharistie zurück. Nach dem Abendmahl, so berichtet es das Evangelium, wurde Jesus verraten und von der römischen Besatzungsmacht festgenommen.

Das letzte Abendmahl als Gemälde und als Bronzeskulptur in Mailand

Das Wandgemälde von Leonardo da Vinci im Refektorium des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand ist ein in Tempera auf Putz ausgeführtes 4,60 m × 8,80 m großes Kunstwerk und zeigt das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und entstand in den Jahren 1495 bis 1497. Es gilt als Meilenstein der Renaissancekunst und als ein Höhepunkt in Leonardos malerischem Schaffen. Es nahm wegen seiner korrekt wiedergegebenen perspektivischen Tiefe bahnbrechenden Einfluss auf die Malerei des Abendlandes. Auch die bewegte Art der Darstellung der Jünger war ein Novum.

Das letzte Abendmahl in Santa Maria delle Grazie, Quelle: Wikipedia

Bei meinem beruflichen Besuch in Mailand im Jahr 2004 wollte ich Santa Maria delle Grazie besuchen und das bekannte Gemälde ansehen. Aber schon damals war es unmöglich, kurzfristig eine Eintrittskarte zu bekommen. Aber trotzdem habe ich eine weitere besondere Version in Mailand sehen dürfen.

Santa Maria delle Grazie, Quelle: Wikipedia

Beim empfehlenswerten Besuch auf dem Mailänder Monumentalfriedhof (Cimitero Monumentale) habe ich die beeindruckende Bronzeskulptur am Familiengrab der Campari (ja, die mit dem Likör) entdeckt. Geschaffen von Giannino Castiglioni, zeigt das monumentale Werk Jesus und die zwölf Jünger beim letztenAbendmahl. Es ist eines der bekanntesten Kunstwerke auf diesem historischen Friedhof.

Das Mausoleum der Familie Campari auf dem Cimitero Monumentale in Mailand

Mythos Spinat

Eine bis heute gepflegte Tradition ist der Spinat am Gründonnerstag. Prinzipiell hat dieser Tag aber mit dem Essen von Spinat gar nichts zu tun. Die Herkunft der Bezeichnung ist nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass sich das „Grün“ vom mittelhochdeutschen Wort „greinen“ ableitet, was so viel wie weinen bedeutet. Damit wäre das Trauern angesichts der Passion Jesu gemeint. An diesem Tag grünes Gemüse zu essen, beruht also mehr auf einem Volksbrauch.

Die meisten Kinder sind ja keine besonderen Fans des Spinats, da half und hilft auch der Popeye-Effekt nicht wirklich. Popeye der Matrose isst Spinat aus der Dose, um sofort übermenschliche Kraft zu gewinnen und seine Liebste Olive Oyl aus brenzligen Situationen zu retten.

Popeye mit seiner Spinatdose

Wer aber versucht, seinen Bizeps mit einer Portion Spinat pro Tag zu stärken, wird enttäuscht sein. Ich habe eine Studie zur Wirkung eines Nahrungsergänzungsmittels entdeckt. Um den Effekt von zwei Kapseln zu erzielen, müsste man bis zu vier Kilogramm Blattspinat essen. Und zwar pro Tag. Die höhere Dosierung entspricht stolzen 16 Kilogramm des Blattgemüses. Da würde wahrscheinlich sogar Popey aufgeben.

Mir hat Spinat aber immer geschmeckt, da war eher das Rindfleisch dazu das Problem, aber das ist eine andere Geschichte.

Der Karfreitag

Für evangelische Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag des Jahres. Die katholische Kirche wiederum kennt am Karfreitag wie auch am Karsamstag keine Eucharistiefeier. Der Karfreitag ist neben dem Aschermittwoch der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fasttag gilt. Zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr versammeln sich die Katholiken zu einem Gottesdienst, der sich von allen anderen Feiern während des Jahres unterscheidet.

Osternacht und Osterkerze

Die Karwoche endet mit der Osternacht bzw. der Auferstehungsfeier – zumeist gefeiert in Form von Gottesdiensten in der Nacht auf den Ostersonntag. Sie symbolisiert – etwa in Form der in der Feier entzündeten Osterkerze – den Sieg Gottes über den Tod.

Die Osterkerze ist mit dem Kreuz, dem Alpha und Omega, der Jahreszahl und evtl. weiteren Symbolen geschmückt und sollte anteilig aus Bienenwachs bestehen. Sie wird zu Beginn der Osternachtfeier gesegnet und am Osterfeuer entzündet, wobei fünf Weihrauchnägel, die für die fünf Wunden Christi stehen, in das Kreuz gesteckt werden.

In der Osterzeit (bis einschließlich Pfingstsonntag) brennt die Osterkerze bei jeder liturgischen Feier für alle sichtbar in Ambo- oder Altarnähe. Nach Ablauf der Osterzeit ist ihr würdiger Platz beim Taufbecken.

Das Osterfeuer

In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag ist das Osterfeuer eine lang bestehende Tradition in Österreich. Symbolisch steht dieser Brauch für die Wiederauferstehung von Jesu Christi und für die Sonne als Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Somit wird im Frühjahr mit dem Osterfeuer die Sonne begrüßt und der Winter vertrieben. Ich kann mich aber eigenartigerweise als Kind nicht wirklich daran erinnern, wahrscheinlich auch deswegen, weil es in der Kienberger Filialkirche keine Osternachtfeier gab.

Erst später wieder in Enzesfeld, wo im Hof des Pfarrhofes ein kleines Feuer gemacht wurde, an dem die Osterkerze entzündet und dann mit einer kleinen Prozession in die Kirche wurde. Auch die Künstler am Symposium entzünden immer wieder ein Osterfeuer.

Zum Osterfeuer brachten manche Gläubige einen vorbereiteten Holzstock oder ein Holzscheit mit, die im Feuer oder der Glut angebrannt und gesegnet wurden. Diese wurden dabei in den Ställen und Häusern aufgehängt, um das Anwesen und die Bewohner vor Gewitter und Unheil zu schützen. Im Grestner Proviant-Eisenmusem findet sich ein solcher Feuerprügel aus dem Jahr 1955 aus unserem Elternhaus in Ybbsbach.

In Bayern ist dieser Brauch auch heute noch weiter verbreitet. Aber auch im Mostviertel ist diese Tradition unter den Bauern wieder neu aufgelebt, wie auch ein Facebook-Eintrag unseres Landeshauptfrau-Stv. Stephan Pernkopf aus Wieselburg zeigt, der solche Feuerprügel noch 2023 mit seinen Kindern geschnitzt hatte.

Der Ostersonntag

Der Ostersonntag ist im Christentum der Festtag der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Es ist der ranghöchste Feiertag im Kirchenjahr. Mit ihm beginnen das Osterfest und die Osterzeit, zugleich beendet die liturgische Vesper des Ostersonntags das Triduum Sacrum (die heiligen drei Tage). Die Speisenweihe am Ende der Messe gehört zur Tradition ebenfalls dazu.

Die Osterjause

Essen wird zu Ostern großgeschrieben. Kein Wunder, denn wenn die Fastenzeit nach über einem Monat vorbei ist, schmeckt es gleich doppelt so gut. Doch zu Ostern sollten wir uns nicht nur wieder auf den Geschmack vieler Lebensmittel besinnen, auf die während der letzten Wochen vielleicht verzichtet wurde, sondern auch darauf, was hinter unseren Lebensmitteln steckt und welchen Wert Lebensmittel haben. Leider werden in Österreich pro Kopf und Jahr rund 75 kg weggeworfen und vernichtet.

Während früher die religiösen Aspekte von Ostern im Vordergrund standen, ist das Fest heute auch mehr ein Familienfest geworden. Ursprünglich nur mit unseren Töchtern, später dann auch mit ihren Freunden gab es ein gemeinsames Osterfrühstück. Osterschinken, Ostereier, Senf und Kren sind dabei unverzichtbar.

Seit die Enkelkinder da sind, ist daraus immer wieder ein Zusammentreffen der ganzen Patchwork-Familie geworden. Die Enkelkinder genießen solche Feste, wo alle ihre Omas, Opas, Onkel und Tanten dabei sind. Das Osternester suchen ist dabei noch immer ein Highlight.

Ostereier suchen

Am Ostersonntag war es natürlich spannend beim Osternester suchen, das zuerst natürlich daheim in Kienberg und dann auch in Gresten beim Opa nach dem Osterhochamt stattfand. Auch heute ist das für unsere Enkelkinder noch genauso aufregend, zuerst daheim und später bei den Omas und Opas Osternester zu suchen.

Legenden besagen, dass die Tradition des Eiersuchens im Freien einen heidnischen Ursprung hat. Als Zeichen der Fruchtbarkeit und um die Frühlingsgöttin Ostara zu ehren, wurden Eier an Familie und Freunde verschenkt. Doch die Kirche hat das unter strenge Strafe gestellt, woraufhin sie nicht mehr persönlich übergeben, sondern auf Feldern versteckt wurden. Und deshalb suchen wir auch heute noch die Eier in der freien Natur.

Die Fastenkrippe

Die Fastenkrippe oder Passionskrippe – auch Osterkrippe genannt – ist eine Darstellung der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung Jesu im Zeitraum vom Palmsonntag bis Ostern. Im Gegensatz zur Weihnachtskrippe, von der die Bezeichnung „Krippe“ auf sie überging, ist die Passionskrippe relativ unbekannt und selbst in Kirchen nur selten zu sehen.

Die untenstehende Fastenkrippe war im Jahr 2023 als eines von vielen Exponaten bei einer Ausstellung im Diozösanmuseum in St.Pölten zu sehen. Sie zeigt in einem großartigen Szenario das letzte Abendmahl, den Ölberg mit Jesus und den beiden Schächern und auch noch das leere Heilige Grab.

Im Jahr 2025 konnte ich in der Basilika Mariatrost in Graz eine Krippe der sizilianische Künstlerin Angela Tripi bewundern. Hier ist mein Blog dazu nachzulesen:

Eine Passionskrippe aus Sizilien in der Basilika Mariatrost in Graz

Vom Ei zum Osterei

Vom Ei als Symbol der Auferstehung über das Markieren und Färben, um sie von frischen Eiern zu unterscheiden und sie dann nach der Fastenzeit rasch zu verbrauchen, bis zum Ausblasen, Bemalen mit der OE-MM und dem Pecken in Österreich oder Tütschen in der Schweiz reicht dieser Blog. Der Rolle des Osterhasen gehe ich auch auf den Grund.

Was haben Eier mit Ostern zu tun?

Sogar die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat sich mit der Herkunft des Ostereis beschäftigt und ein Historiker hat die relativ spärlichen Informationen zusammengestellt, um ein bisschen Licht hinter die bemalten Eier zu bringen.

Streng genommen durfte man in der Fastenzeit keine Eier essen, deshalb hat man sie ursprünglich hart gekocht und gefärbt. Um die gekochten von den rohen Eiern zu unterscheiden, wurde dem Kochwasser Pflanzenteile zum Färben beigegeben – also zunächst ein ganz praktischer Hintergrund für den Brauch des Eierfärbens.

Im Christentum wurde das Ei aber auch zum Symbol der Auferstehung. Der Kirchenvater Augustinus deutete es als Zeichen der Hoffnung – bei den Vögeln auf den Nachwuchs, bei Christen und Christinnen als Hoffnung auf das Zukünftige. 

Eier färben

Seit dem 13. Jahrhundert ist die traditionelle Farbe für Ostereier rot – als Symbol für das Blut Christi. Heute steht meist die Dekoration im Vordergrund und man kann die gefärbten Eier fast das ganze Jahr im Supermarkt so fertig kaufen und das Färben in der Familie wird praktisch nur mehr mit kleinen Kindern gemacht.

Irgendwie war das Ostereierfärben in meiner Kindheit eine Art Hassliebe. Die Farben wurden in Kaffeehäferln in heißem Essigwasser angerührt und das gekochte Ei musste dann mit einem Suppenlöffel langsam hineingelassen werden. Das war ja noch spannend, aber dann hieß es gefühlt ewig warten, bis es gefärbt war. Dafür waren das Rot, Blau, Gelb und Grün damals noch besonders kräftig. Wenn die Schale einen Haarriss hatte, war auch das geronnene Eiweiß noch mitgefärbt. Nachdem die Eier trocken waren, wurden sie noch mit Abziehbildern verziert und mit einer Speckschwarte glänzend gerieben.

Eier ausblasen

In der Volksschule kam dann noch das Bemalen von ausgeblasenen Eiern hinzu. Schon das Anstechen oben und unten mit einer spitzen Nadel war eine Herausforderung und dann musste mit Gefühl und doch genug Puste das Eiklar und der Dotter herausgeblasen werden, ohne die Schale zu zerbrechen. Die Bemalung mit Filzstift oder Wasserfarben war dann die nächste Herausforderung, die ich wie die meisten Kinder gerne angenommen habe. Ich habe damals dafür sogar eine OE-MM gebastelt. Den Link zum Nachbasteln gibt es hier:

Die Ostereier-Malmaschine

Heute findet man auf unserem Osterbaum noch die von unseren Töchtern bemalten Eier und seit neuestem auch schon von unseren Enkelkindern und auch so manches künstlerisch gestaltete Ei von den Ostermärkten unserer Umgebung und auch so einige aus anderen Ländern.

Der Osterbaum

Im Christentum steht der Osterbaum nicht nur für den Frühlingsbeginn. Er bezeichnet den Zeitpunkt von Tod und Auferstehung Jesu Christi. In vielen Häusern, so auch bei uns, steht einige Wochen vor Ostern eine Vase mit Zweigen vom Haselstrauch mit Korkenzieherweide und eventuell auch noch von der Forsythie, die dann mit den ausgeblasenen Eiern dekoriert werden.

Ostereier pecken

Der Volkskundler Franz Schönwerth aus der Oberpfalz beschreibt das lustige Spiel vor fast 130 Jahren so: „Zwei stoßen die Eyer aufeinander, zuerst Spitz auf Spitz, dann Spitz auf Arsch oder umgekehrt. Wessen Ey bricht, verliert es an den anderen.“

Das Eierpecken an sich hat keinen besonderen historischen oder kirchlichen Hintergrund, sondern ist mehr ein Gesellschaftsspiel in der Familie. Es hat aber sicherlich damit zu tun, dass es nach der Fastenzeit einfach viele gekochte Eier gab. Es geht einfach darum, wessen hartgekochtes Osterei bis zum Schluss unversehrt bleibt. So war es schon in unserer Kindheit und ist bei den Enkelkindern noch genauso. Wehe, ein Ei wird ohne Pecken geöffnet oder jemand scheint geschummelt zu haben, da konnten und können Tränen fließen.

Holz- und Alabastereier zur Deko am Ostertisch

Eiertütschen in der Schweiz

In den 1960er- und 70er-Jahren war das öffentliche Eiertütschen ein beliebter Osterbrauch – und das nicht nur bei Kindern, in manchen Gebieten ist es das bis heute geblieben. Die Regeln bei der Eiertütschete sind nicht anders als in Österreich, nur mit dem Unterschied, dass es oft neben dem Spaß in der Familie auch ein öffentliches Massenereignis ist.

Man schlägt mit seinem hartgekochten und vorzugsweise bunt bemalten Osterei auf das Ei seines Gegners und hofft, dass dessen Ei zerbricht. Zunächst „Füdle“ auf „Füdle“, dann „Spitz“ auf „Spitz“. Oder umgekehrt. Bleibt das eigene Ei auch nach der gegnerischen Attacke heil, gewinnt man das zerschlagene Ei des Verlierers. Dann sucht man in der Menge nach seinem nächsten Gegner, der wie man selbst noch ein Ei mit einem heilen „Füdle“, „Spitz“ oder sogar einem „Ganze“ hat. So kämpft man sich Ei um Ei weiter. Da üblicherweise bis zu hundert Menschen an diesem Osterbrauch teilnehmen, lohnt sich, mehr als nur ein Ei von zu Hause mitzubringen.

Eine weitere Taktik nicht nur in der Schweiz ist der richtige Winkel. Um das Ei des Gegners zu besiegen, muss man leicht seitlich statt direkt von oben „tütsche“. Das Ei ist an der Spitze am härtesten und bei einem zu direkten Spitze-auf-Spitze-Schlag riskiert man, dass auch das eigene Ei in die Brüche geht.

Damit an dieser Tradition auch Neulinge teilnehmen können, bringen die alten Hasen immer eine Packung sogenannte „Touristen-Eier“ mit. Doch üblicherweise hätten Touristen kein besonders glückliches Händchen im Eiertütschen, denn „Die hauen meist viel zu fest und zerschlagen ihre Eier.“

Das „Zwänzgerle“ auf dem Zürcher Lindenhof

In Zürich war das sogenannte „Zwänzgerle“ besonders populär. Dabei versuchen Erwachsene, ein Fünfzigrappenstück oder früher einen Zwanzigräppler (daher der Name) so auf ein hartgekochtes Ei zu werfen, dass es stecken bleibt. Gelingt das, gehört das Ei der werfenden Person – andernfalls darf das Kind, das das Ei hält, das Geld behalten. Besonders auf dem Zürcher Lindenhof versammelten sich früher Familien und Schaulustige zu diesem Osterbrauch.

Nicht ganz konfliktfreies Eiertütschete in Bern

Punkt zehn Uhr am Ostersonntag treffen sich Bernerinnen und Berner jeweils auf dem Kornhausplatz, um das stärkste Ei zu ermitteln. Die Eiertütschete wird hier Erzählungen zufolge seit über hundert Jahren gepflegt. Weil sich ein Restaurant daran störte, rief der Wirt im Vorjahr die Berner Kantonspolizei zu Hilfe, um die Leute von der Kornhaus-Laube zu vertreiben. Das berichtete «Bärn Today». Demnach wollte der Restaurant-Betreiber draussen Tische und Stühle aufstellen, konnte dies aufgrund des Osteranlasses aber nicht. Man habe miteinander geredet und schliesslich eine Lösung gefunden, hieß es bei der Polizei.

Eiertütschete im Wald

Auch in der Heimatgemeinde (diese hat nichts mit unserem Heimatort oder Geburtsort zu tun!) meiner Frau, in Huttwil im Aargau, organisiert der Burgerrat die alljährlich stattfindende Eiertütschete, aber bereits am Ostersamstag. Auch hier versammelt sich eine größere Menschenmenge von Jung bis Alt, dem Bild zufolge auf einer Waldlichtung.

Und woher kommt der Osterhase?

Im Jahr 1682 erwähnte ein Arzt aus Heidelberg erstmals den Osterhasen. Ihm zufolge soll der Brauch im Elsass, in der Pfalz und am Oberrhein entstanden sein. Warum der Hase aber zum Osterhasen wurde, weiß keiner mehr ganz genau. Möglicherweise liegt es daran, dass sowohl Hasen als auch Eier Symbole für Fruchtbarkeit sind.

Übrigens, in einigen Teilen der Schweiz, etwa im Emmental, war noch im 19. Jahrhundert der Kuckuck der Eierlieferant, in Teilen von Westfalen war es der Osterfuchs, in Thüringen brachte der Storch und in Böhmen der Hahn die Eier zum Osterfest.

Eigentlich wollten wir heute in Dubai sein

Sätze, die mit „Eigentlich“ beginnen, sind irgendwie verdächtig. Es war anders geplant, als es dann gekommen ist. In unserem Fall ist eigentlich nichts passiert. Wir können im sicheren Zuhause bleiben, auch wenn wir uns schon monatelang auf diesen Urlaub in Vietnam mit einer Zwischenlandung in Dubai gefreut hatten. Millionen anderer können das nicht.

Die Weltgeschichte in Form eines amerikanischen Präsidenten hat mit seinem epischen Zorn (Epic Fury) das Leben von Millionen Menschen durcheinander gewirbelt, unseres nur ganz wenig, aber das von anderen sehr kräftig. Ein unterdrücktes Volk hat Hoffnung auf Freiheit und Demokratie,  ein anderes Volk hat die Hoffnung, dass sie nicht mehr durch Raketen bedroht werden. Ein Präsident hat die Hoffnung, dass sein Land noch greater wird und dabei die eine oder andere Ölmilliarde für ihn oder sein Umfeld abfällt.

Eine Hoffnung des Präsidenten wird aber immer kleiner, nämlich die auf den Friedensnobelpreis. Aber im Zweifelsfall ist das auch nicht mehr wichtig, er kann ja eine Gegenorganisation zum Nobelpreis-Kommitee gründen, Supertrump-Kommitee wäre dafür sicher ein guter Name. Die würden dann jedes Jahr dem Vorsitzenden auf Lebeszeit die Supertrump-Statue übergeben. Und „The Logical Song“ ist die naheliegende Hymne. Dass diese von der Gruppe mit dem „a“ im Namen ist, stört dabei nicht.

Und die Hoffnungen auf eine friedlichere Welt, auf ein weiteres Anspringen der Konjunktur und mehr Zuversicht sind nach wenigen Tagen schon wieder vorbei. Ein Regimewechsel steht nicht mehr auf der Agenda, kein einziger Toter wird wieder lebendig, im Gegenteil, es werden wie beim letzten Angriff, alle, die nur die Möglichkeit gehabt hätten, irgendetwas an den amerikanischen oder israelischen Geheimdienst zu verraten, zum Tod verurteilt oder zumindest im Gefängnis landen. Und natürlich auch die, die dem zynischen Aufruf des amerikanischen Präsidenten gefolgt sind und bei Protesten mitgemacht haben. Für ihn sind das Kollateralschäden, wie auch die eigenen Soldaten. Seine Idee ist in der Zwischenzeit schon wieder ganz anders.

Und ob ein Schah von Trumps Gnaden mittel- und langfristig die Akzeptanz in der Bevölkerung finden und dabei nicht den Versuchungen der Korruption erliegt, ist auch alles andere als sicher. Wie er die Revolutionsgarden, wo ja viele auf persönliche Vorteile verzichten müssten, friedlich und ohne Bürgerkrieg auflösen könnte, steht ebenfalls auf einem anderen Blatt. Auch die religiösen Führer werden sich nicht ohne weiteres zurückziehen und einen säkularen Staat zulassen.

Und ob dieses Machtvakuum nicht den Konflikt zwischen saudi-arabischen Sunniten und iranischen Schiiten wieder stärker aufflammen läßt, ist auch alles andere als sicher. Der Beschuss einer saudi-arabischen Raffinerie durch den Iran könnte da schon ein Vorbote sein.

Es bleibt nur noch die Hoffnung, dass niemand in der arabischen Welt und in Europa auf die Nadelstiche der iranischen Mullahs in Form von Drohnen und Raketen falsch reagiert und den vom iranischen Regime gewollten Flächenbrand auslöst, der nicht mehr zu kontrollieren ist.

Die weitere Hoffnung der in der Region gestrandeten Urlauber wird hoffentlich bald erfüllt, dass sie rasch nachhause kommen können. Ob die Hoffnung aller dort Lebeneden auf ein baldiges Ende der Beschüsse durch Drohen und Raketen berechtigt ist, muss sich auch erst weisen.

Die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden in dieser Region müssen sehr wahrscheinlich alle Beteiligten und besonders die ungewollt Betroffenen wieder auf lange Zeit begraben.

Den Menschen dort wäre es zu wünschen, dass sie die Chance bekommen, rasch wieder in ein Stück Normalität zurückzukehren.

Wir und wahrscheinlich viele andere in Europa auch haben die Chance bekommen, später wieder den ursprünglichen Urlaubsplan zu verwirklichen. Zynismus von uns Europäern den Menschen im Nahen und Mittleren Osten gegenüber, die wieder der Spielball verschiedenster Interessen sind, ist daher nicht angebracht.

Austro-Daimler Fahrzeuge in und aus Wr.Neustadt

In meinem zweiten Blog zum Oldtimer-Museum Wiener Neustadt gehe ich detaillierter auf die Exponate der 8. Sonderausstellung ein, wo noch bis 29.März 2026 außergewöhnliche Exemplare der leider untergegangen österreichischen Automarke Austro-Daimler gezeigt werden und hinterfrage am Ende was aus der Neuauflage des Austro-Daimler Bergmeister geworden ist.

Automobilgeschichte ist Geschichte der lokalen Industrialisierung

Die Familie Fehr hat in Wr.Neustadt vor einigen Jahren ein gar nicht so kleines Oldtimer- Museum Fehrclassiccars eingerichtet, das die Technikgeschichte des österreichischen Automobilbaues auch mittels spezieller Ausstellungen pflegt. Die 8. Sonderausstellung in diesem Rahmen widmet sich noch bis 29. März 2026 der weltweit bekannten Wiener Neustädter Automobilbau-Firma „Austro-Daimler“. Dieser Streifzug durch die Geschichte und die Blütezeit des Automobilbaues bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt wurde von Lisl und Heinz Mesicek in enger Zusammenarbeit mit dem Team Fehr praktisch  direkt am ehemaligen Gelände der Austro-Daimler Werke geplant, organisiert und kuratiert.

Die Maschinenfabrik, Eisen- und Metallgießerei der Brüder Fischer an der Pottendorfer Straße östlich der heutigen Stadionstraße legte 1899 den Grundstein für die Ansiedlung von Daimler in Wiener Neustadt. Damit wurde Wiener Neustadt eines der wichtigsten Zentren der Schwerindustrie der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Bilder des ehemaligen Werkes zur Verfügung gestellt von der Sektion Austrodaimler – austrodaimler.at

Für alle, die keine Zeit oder Gelegenheit haben, die Ausstellung in der Stadionstraße noch vor dem 29.März 2026 zu besuchen, zeige ich hier einige Bilder mit meinen dazu gesammelten Hintergrund-Informationen.

Der Austro-Daimler AD 6-17, Baujahr 1920

Der AD 6-17 wurde in den von Ferdinand Porsche geleiteten Austro-Daimler- Motorenwerken für ein Hotel in Südschweden erzeugt. Er galt 1920 als vornehmes und teures Auto, war als Schöpfung von Ferdinand Porsche der österreichische Beitrag in der international prosperierenden Luxuswagenklasse. Die österreichische Flugzeuggesellschaft (ÖFFAG) fertigte den charakteristischen Karosserie- aufbau komplett aus Holz. Der große 6 Zylinderwagen mit Königswellenantrieb, einem Hubraum von 4.400 ccm und 60 PS, war seinerzeit das Spitzenmodell aus Wiener Neustadt und kostete 13 Millionen Kronen, das wären heute rund 1,7 Mio Euro. Die mehr als 100 km/h Höchstgeschwindigkeit konnte er aber nur selten nutzen.

Der Austro-Daimler AD 14-32, Baujahr 1914

Ferdinand Porsche kam im Jahr 1905 zu Austro-Daimler als Technischer Direktor und wurde 1916 ihr Generaldirektor. Da Ehrendoktorat der Universität Wien erhielt er 1917 sicher auch wegen seiner herausragenden Arbeit bei Austro-Daimler. Der AD 14-32 gehörte da sicher auch dazu.

Der Austro-Daimler ADM Sport, Baujahr 1926

Ein 6-Zylinder Blockmotor mit 3 Liter Hubraum und 100 PS verlieh diesem außergewöhnlichen Auto eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die Zeitschrift Europa Motor schrieb in der Ausgabe 4 von 1926: „Die Type ADM Sport Dreiliter ist für jene Kategorie Herrenfahrer gebaut, die einen schnellen Sportwagen haben wollen, der sich ohne besondere Adaptierungen nicht nur zur Teilnahme an sportlichen Konkurrenzen eignet, sondern auch als Tourenwagen verwendet wird, der also zugleich Renn- und Tourenwagen ist.“

Es gab eine 2-sitzige und eine 4-sitzige Variante, die auch ausgestellt ist. Europa Motor schreibt dazu weiter: „Der Viersitzer sieht gute Karossierungsmöglichkeiten vor und eignet sich gleich gut als schneller Tourenwagen mit sportlichem Charakter als auch zur Teilnahme an Tourenkonkurrenzen usw.“

Der Austro-Daimler ADR 6 Cabrio, Baujahr 1927

Das ausgestellte Exponat ist der älteste bekannte ADR, ein Köllnsperger K. Roadster und mit rund 2400 Fahrzeugen auch der meist gebaute AD.

Der Austro-Daimler ADM 60/70, Baujahr 1925

Dieses Fahrzeug trägt noch das Originalkennzeichen der ersten Anmeldung in England und könnte damit mit einer gültigen Versicherung dort auch heute noch gefahren werden.

Der Austro-Daimler ADM 60/70, oft als „kleiner Sport“ oder „Alpine“ bezeichnet, war ein exklusiver Sportwagen der 1920er Jahre, der von Ferdinand Porsche entworfen wurde. Ausgestattet mit einem 6-Zylinder-Reihenmotor (ca. 2,5–3 Liter), Leichtmetallblock und obenliegender Nockenwelle, bot er hohe Fahrleistungen und wurde durch sportliche Aufbauten mit Cantilever-Hinterradfederung bekannt.

Er ist ein seltenes Beispiel für österreichische Sportwagentechnik aus der Zeit vor der Übernahme durch Steyr. Von der ADM-Serie, einschließlich der Sportvarianten, wurden über 6 Jahre insgesamt ca. 500 Einheiten in Wiener Neustadt gefertigt. Die Bezeichnung 60/70 PS deutet auf die gesteigerte Motorleistung der Sportversion hin.

Der Austro-Daimler ADR 6, Baujahr 1928

Dieser Austro Daimler ADR 6 ist sicherlich kein gewöhnliches Automobil und ein weltweites Einzelstück. Nicht weil es als einziges übrig geblieben ist, nein, es wurde genau nur einmal gebaut.

Das Chassis wurde damals von dem Karosseriebaubetrieb Alexis Kellner – Berlin bestellt, um auf dem Fahrgestell einen Aufbau zu fertigen – und auf der IAA Berlin 1928 ein wirklich „besonderes“ Ausstellungsstück präsentieren zu können. Auf dem IAA-Stand vom Berliner Kellner, fälschlicherweise immer mit Kellner-Paris verwechselt, wurden auf verschiedenen Chassis basierende Cabriolets von Kellner gezeigt. So entstand die Bezeichnung „Kellner Cabrio“.

Der Austro Daimler galt dort als ein echter „Eyecatcher“, der vor allem die Enthusiasten anziehen sollte. Das lag auch an den zahlreichen glänzenden Anbauteilen – sicherlich eine Geschmacksfrage. Innen wurde die Polsterung mit Eidechsenleder bezogen, es könnte jedoch auch eine seltene Schlange gewesen sein.

Genauso besonders war das Verdeck des Cabriolets. Zum einen waren am hellen Verdeck keine Sturmstangen (außen) montiert, zum anderen konnte durch ein spezielles Feder- und Hebelwerk das Verdeck einhändig geöffnet werden. Dies war jedoch nicht die einzige technische Raffinesse. Ein Hebel hinter dem Fahrersitz ließ einen Deckel im Heck „aufspringen“, der den „Schwiegermuttersitz“ zum Vorschein brachte.

Die Austro-Daimler ADR 6 Limousine, Baujahr 1928

Die wunderschöne dunkelblaue Limousine aus der gleichen Typenfamilie ist dagegen kein Einzelstück, sondern war mit rund 2500 Stück sozusagen die Massenware. Das tut ihr aber keinen Abbruch, sie ist technisch am gleichen Level und mit 3 Liter Hubraum und 70 PS auch 120 km/h schnell, ein Spitzenwert für damalige Verhältnisse.

Das älteste und das jüngste Ausstellungsstück ist jeweils ein Feuerwehrauto, beide kommen aus Niederösterreich.

Der Austro Daimler AD 9/20, Baujahr 1912

Der Austro-Daimler AD 9/20 (oft als 20 PS Motorspritze oder Löschfahrzeug bezeichnet) wurde hauptsächlich im Jahr 1912 gebaut. Diese Fahrzeuge waren frühe Feuerwehr- Löschfahrzeuge und Motorspritzen, die in dieser Zeit unter der technischen Leitung von Ferdinand Porsche entstanden.

Das ausgestellte Fahrzeug wurde von 1920 bis 1950 in der Stadt Mödling verwendet und auch im 2.Weltkrieg als eines der wenigen Feuerwehr-Fahrzeuge eingesetzt.

Der Austro Daimler ADGR, Baujahr 1940

Heute gibt es insgesamt nur mehr ungefähr hundert Austro-Daimler, und nur diesen einzigen ADGR als Zeugen der späten Markengeschichte. Er landete nach unbekannter Kriegs-Geschichte zunächst arg ramponiert in Wien, dann übersiedelte er am 20. Juni 1947 zum Preis von 1.550 Schilling zur Freiwilligen Feuerwehr Aspang im südlichen Niederösterreich.

Der 2000 Liter fassende Wassertank und seine Halterungen wurden maßgeschneidert, der Seilwinden-Antrieb war ideal für die Löschwasserpumpe. Die erlaubt übrigens die Beimischung von Löschschaum, damals keine Selbstverständlichkeit. Der Schaum war „bio“, aus Eiweiß und mit entsprechendem Geruch.

Das Fahrzeug besitzt 7 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgänge. Kurios ist das Baujahr 1940 – ein Austro-Daimler sieben Jahre nach dem Ende der Firma in Wiener Neustadt, und mitten in einer Zeit, in der „Austria“ äußerst unmodern war.

Austro Daimler D 5 P, Baujahr 1932

Ab 1932 produzierte Austro-Daimler-Puch eine mit einem 250cm³ Puch Motorradmotor ausgestattete Draisine. Sie hatte die Sitze noch hintereinander angeordnet, während das Nachfolgemodell ab 1938, von Draisinentypen der Deutschen Reichsbahn abgeleitet, die Sitze nebeneinander angeordnet hat und es entsteht die Type D 11V, vergleichbar mit der deutschen Bauart „Vorhölzer“.

Zur Vollständigkeit: Austro Daimler ADS R – Der Saschawagen, Baujahr 1922

Der Saschawagen war zwar nicht ausgestellt, ist aber untrennbar mit Wr.Neustadt verbunden, daher möchte ich ihn hier trotzdem vorstellen.

Der Austro-Daimler Sascha ist ein Sportwagen, den Ferdinand Porsche 1922 konstruierte. Den Namen Sascha wählte Porsche nach Alexander „Sascha“ Graf Kolowrat-Krakowsky, der den Wagen bestellt hatte.

Bei der TARGA FLORIO am 2. April 2022 nahmen insgesamt 4 Sascha-Wagen teil, damals rot lackiert, um für Italiener gehalten zu werden. Zur Unterscheidung waren sie mit Spielkartensymbolen markiert. Graf Kolowrat-Krakowsky schied aber aus, die anderen 3 waren beinahe unschlagbar. Sie belegten Platz 1 und 2, Alfred Neubauer auf dem 3.Sascha-Wagen konnte sogar in der größten Fahrzeugklasse mit dem absoluten Sieger mithalten und blieb über eine Zeit von 7 Stunden 49 Minuten nur 8 km hinter dem Sieger mit einem viermal stärkeren Fahrzeug zurück. Den Helden der Targa Florio wurde in den Österreichischen Daimler Motoren Aktiengesellschaft Werken in Wiener Neustadt ein jubelnder Empfang bereitet.

Die erste Gelegenheit, den Saschawagen zu sehen hatte ich 2019, als das Fahrzeug zur Landesausstellung „Welt in Bewegung“ für kurze Zeit nach Wr.Neustadt zurückkehrte. Das nächste Mal war es 2024 im Porschemuseum in Stuttgart. Leider habe ich in beiden Fällen kein besonderes Foto gemacht, daher muss ich hier beim zweiten Bild auf Wikipedia zurückgreifen.

Vom Oldtimer-Klassiker zum Steak-Leckerbissen

Die mittlerweile 8.Sonderausstellung ist ein Teil des Museums mit rund 70 immer wieder wechselnden Oldtimer-Leckerbissen, unter anderem von automobilen Legenden wie dem Bentley S3 Saloon aus dem Erstbesitz von Frank Sinatra oder dem Cadillac Fleetwood von Elvis Presley und auch dem Steyr 150, der in den Filmen „Der Bockerer“ zum Filmstar wurde.

Zum Abschluss als weiteren Leckerbissen ein Steak im angeschlossenen Restaurant Route 66 kann ich auch noch empfehlen.

Leider scheint das Comeback eines Austro-Daimler Bergmeister gescheitert

1931 wurde der letzte Austro Daimler gebaut. Eigentlich war es der vorletzte, denn es gab 2019 einen neuen engagierten Versuch der Neubelebung im Sinne der Sportwagentradition, den Austro-Daimler Bergmeister ADR 630 Shooting Grand. Das war ein ehrgeiziges Projekt eines niederösterreichischen Ingenieurs, der an die Intentionen von Ferdinand Porsche und die Tradition dieser Wiener Neustädter Marke anknüpfen wollte.

Er baute aus einem AMG-Sechszylinder zusammen mit einen 55-kWh-Akku und gleich drei Elektromotoren einen Hybrid mit 1214 PS Systemleistung, der in 2,5 Sekunden auf 100 beschleunigen sollte. Das Design als Verbindung aus klassischem Gran Turismo und dem Konzept des Shooting Brake wurde Shooting Grand genannt und ist zumindest auffällig und wäre möglicherweise auch richtungsweisend gewesen.

Es gab auch 2019 einige Präsentationen des fahrfähigen Prototypen vom Salon Privé Concours beim Blenheim Palace in England über den Concours d’Elegance an der Villa d’Este in Italien und das Museum Fahr(t)raum in Mattsee bis zur Planai Classic.

Die Homepage www.austrodaimler.com gibt es zwar auch noch aktualisiert im Jahr 2026, aber sonst scheint es seit 2019/2020 keine neuen Aktivitäten zu geben. Schade, das wäre auch 2026 adaptiert noch ein tolles Fahrzeug.

Digitaler Euro wird nur ausgedruckt akzeptiert?!?

In meiner Blogserie zu 100 Jahre Österreichischer Schilling 2025 habe ich ja auch schon zum digitalen Euro geschrieben. Es ist zwar nicht mehr Fasching, aber ich möchte euch trotzdem einen Artikel der Satire-Plattform „Die Tagespresse“ vom 29.Juni 2023 (!!) mit der Schlagzeile: „Österreichische Lösung: Digitaler Euro wird nur ausgedruckt akzeptiert“ nicht vorenthalten, noch dazu, weil auch ein Namensvetter von mir vorkommt. Um das Ganze trotzdem seriös zu machen, verlinke ich auch einen Faktencheck.

Auch Chat-GPT wollte nicht drucken

Gleich vorweg, sogar Chat-GPT hat sich zuerst aus guten rechtlichen Gründen geweigert, das in einer Illustration umzusetzen. Aber nach einigen Diskussionen, die sich gerade noch ohne Upgrade ausgegangen sind, haben wir gemeinsam, glaube ich zumindest, eine ganz gute Lösung zur Behübschung meines Blogs gefunden!

Die Tagespresse thematisiert damit die generelle Angst vor der Digitalisierung und besonders das Narrativ, dass uns in Europa und ganz besonders in Österreich das Bargeld weggenommen werden soll. Da helfen wiederholte Hinweise der Wirtschaft, Banken und Politiker nichts, manche vertrauen mehr den YouTube-Spezialisten und X-Expertinnen.

Bargeldzahlungen sind in Europa rechtlich abgesichert und in Artikel 128 des «Vertrags über die Arbeitsweise der EU» fest verankert

Der Faktencheck wurde von der Deutschen Presseagentur gemacht, ich weiß, die ist für viele auch nicht glaubwürdig, allein schon deshalb, weil sie sachlich Fakten festhält und die noch dazu an sie sogenannten Systemmedien weitergibt.

Dier EU arbeitet derzeit auch an der Gestaltung neuer, noch sicherer Euro-Banknoten, die ersten sollen noch 2026 vorgestellt werden. Also daher zuerst einmal der Faktencheck hier zum Nachlesen:

Abschaffung nicht geplant – EU setzt langfristig auf Bargeld

Und nun zur Satire

Da sorgt sich Daniel Wallner, Innovationsbeauftragter im Finanzamt darum, dass das mit der magischen Kraft des Stroms getriebene Internetz sich durchsetzen könnte, das auszudruckende Handyzertifikat, die Freude des Kanzlers über mehr Bürokratie und die Angst Bablers, er könnte sich am digitalen Euro elektrisieren. Besonders die FPÖ hat ein Dilemma: wie bekommt man den digitalen Euro in eine Sporttasche?

Also, nun viel Spaß beim Lesen:

Österreichische Lösung: Digitaler Euro wird nur ausgedruckt akzeptiert

Österreich, Land der (geistigen) Gartenzäune

Österreich war schon immer ein Land der Gartenzäune, an sich ein liebenswertes Attribut, das Heimatverbundenheit und Gemütlichkeit ausdrückt, aber auch Abschottung und Gestrigkeit bedeuten kann. Kantönligeist nennt man das bei den Nachbarn. Nur stellen in letzter Zeit unsere Bundesländer, aber nicht nur sie, diese Gartenzäune auf.

Gastpatienten, hohe Netzkosten, Spitalsbett-Odysee und Jugendschutz sind fast willkürliche Beispiele für diese anscheinend unüberwindbaren Gartenzäune in Österreich. In meinem neuen Blog gehe ich aus meiner persönlichen Perspektive darauf ein.

I haaß Karli, du haaßt Karli. Warum sogns` zu dir Gastpatient?

Die höchsten Zäune errichtet gerade das Bundesland Wien und vergisst dabei, dass es nebenbei noch eine weitere nicht ganz unbedeutende Funktion hat, nämlich die der Bundeshauptstadt. Meine an die Plakataktion gegen die Diskriminierung von Gastarbeitern „I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric. Warum sogns` zu dir Tschusch?“ von 1973 angelehnte Überschrift bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt.

Wien schottet sich gegen Gastpatienten aus fernen Ländern wie Niederösterreich und Burgenland ab. Es mag schon sein, dass der Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern das nicht vollständig berücksichtigt, dafür bekommt die Bundeshauptstadt aber für diese Funktion extra Gelder.

Besonders unverständlich ist, dass Menschen, die jahrelang in die Wiener Gebietskrankenkasse eingezahlt haben, aber nicht in Wien leben, abgewiesen werden. Ich wäre ein typisches Beispiel, da ich fast 45 Jahre meine Beiträge an die Wiener Kasse gezahlt habe, aber in Niederösterreich lebe. Ich finde zwar, dass man nicht aufrechnen sollte, aber die Praxis gegenüber Asylbewerbern, die nie etwas eingezahlt haben, ist eine ganz andere.

Hier hakt es aber weniger am Asylsystem, sondern daran wie Krankenanstalten verwaltet und finanziert werden. Damit stehe ich schon vor dem nächsten Zaun.

Odyssee der Betten- und OP-Platzsuche

Die Krankenhäuser haben schon seit Jahren ihre Gartenzäune gegenüber anderen Spitälern. Wir reden von Digitalisierung und raschem Datenaustausch, aber auch noch im Jahr 2026 muss eine Person durchtelefonieren, wenn im eigenen Spital kein Platz frei ist. Wertvolle Zeit geht verloren, um die simple Frage nach OP-Kapazität oder einem Bett in einem anderen Spital zu beantworten. Und das nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern zwischen den Spitälern untereinander.

Hier ist es mehr als überfällig, dass die IT Systeme vereinheitlicht werden oder zumindest in allen wichtigen Fragen eine gemeinsame Schnittstelle haben. Dann wäre es endlich auch möglich, klare Aussagen über Kapazitäten, Auslastung zu treffen.

Aber solange Daten in einen Computer eingegeben und dann ausgedruckt werden, um sie mit einem Boten woanders hinzubringen, um dort abgeschrieben und in ein anderes System eingegeben zu werden, sind wir meilenweit vom Punkt 2.3.5. „Once Only“ des Digital Austria Act (DAA) entfernt, der bereits am 1. Juni 2023 von der österreichischen Bundesregierung präsentiert wurde.

Aber zuerst gehören in dieser Causa die geistigen Gartenzäune um Spitäler und Bundesländer abgebaut.

Windstrom verschandelt die Umwelt und deshalb haben die anderen höhere Netzkosten

Für die Bundesländer Kärnten, Tirol und Vorarlberg scheint das die Grundeinstellung zu sein, deshalb stehen ihre Gartenzäune in diesem Bereich. Sie sichern sich damit gegen die häßlichen Windräder ab, die laut manchen Gruppen in diesen Bundesländern die Umwelt verschandeln. Dass der Windstrom genau dann am zuverlässigsten fließt, wenn die energiefressenden Schneekanonen und Schilifte den im Inland produzierten Strom brauchen würden, fällt dabei ja nicht ins Gewicht.

Dafür werden die anderen Bundesländer fast ausgelacht, weil ihre Netzgebühren mehr als bei ihnen steigen. Aber um noch mehr Energie zu verbrauchen, gibt es Ideen und Pläne in diesen Bundesländern, ganze Bergkuppen zu sprengen um Schigebiete miteinander zu verbinden.

Ich versuche hier einen positiven Blick: Bergkuppen blockieren die Aussicht und Weitsicht, also weg mit ihnen. Die Umwelt ist dadurch auch besser zu sehen, überhaupt, wenn kein Windrad die Sicht verstellt. Diese ironische Zusammenfassung bringt mich zum nächsten Gartenzaun.

Das österreichische Stromnetz ist so klein strukturiert wie das Schienennetz der Dampfeisenbahn in der Monarchie

Vor 150 Jahren hatte praktisch jede Eisenbahnlinie ihre eigene Lizenz und einen eigenen Besitzer. Heute hat praktisch jeder Stromerzeuger sein eigenes Netz in seinem Bereich. Es stimmt schon, es gibt die Austrian Power Grid als Übertragungsnetzbetreiber und die E-Control (Energie-Control Austria) als unabhängige Regulierungsbehörde für Strom und Gas in Österreich. Daneben gibt es aber noch immer 122 regionale Verteilnetzbetreiber im kleinen Strom-Schrebergarten Österreich. (Quelle: Verbund)

Das alles 27 Jahre nach dem dritten Energiemarkt-Liberalisierungspaket (2009) der EU, welches für Übertragungsnetzbetreiber die Entflechtung von ihrer Muttergesellschaft vorschreibt und für die Kleinen angeblich hohe Kosten verursacht.

Jetzt sind die Netzbetreiber zwar formell so unabhängig, dass wir Konsumenten zwei verschiedene Verträge benötigen, nämlich mit dem Netzbetreiber und dem Energielieferanten. Dabei sind die meisten Netze noch immer im Besitz des jeweils lokalen Energieversorgers, egal ob kleines lokales Stadtwerk oder EVN oder Wien Energie. Hier möchte keiner den Einflussbereich aufgeben, die Kosten für 122 Verwaltungseinheiten usw. tragen aber wir Kunden. Eigentlich wollte ich meinen Leserinnen und Lesern die Liste dieser aller verlinken, doch Stromliste.at ist laut eigener Darstellung am Stand von Februar 2015 (!!).

Ich habe diese formelle Unabhängigkeit schon vor vielen Jahren in Deutschland miterlebt, wo noch lange Zeit die Mitarbeiter des Versorgers und des Netzbetreibers Schreibtisch an Schreibtisch gesessen sind. Außerdem ist im Krisenfall ein kleiner Netzbetreiber meist physisch überfordert, wie wir Anfang Jänner 2026 beim Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz gesehen haben, nach dem die Stromversorgung von 45.000 Haushalten tagelang ausgefallen war. Hier unterstützten auch die umgebenden Stromversorger, dass so rasch wie möglich die Lage verbessert wurde. Ich habe auch eine Zahl für meine deutschen Leserinnen und Leser: normalerweise ist der Faktor 10 zwischen Österreich und Deutschland eine gute Benchmark, die hier beinahe auch gilt, hier sind es mehr als rund 1600 Netzbetreiber. Also gibt es auch recht hohe deutsche Gartenzäune.

Generell gilt als meiner Sicht, dass die Netze aus dem Einflussbereich der Versorger gelöst werden müssten, die ja nicht primär ein gutes und kostengünstiges Netz im Visier haben, sondern möglich viel Strom möglichst teuer verkaufen müssen. Hier ist möglicherweise auch die Anreizregulierung mit der Vorgabe der Sicherstellung der wirtschaftlichen Geschäftsgrundlage der regulierten Unternehmen mit ein Grund für hohe Netzkosten, da ja hier eher dem teuersten als dem billigsten Netzbetreiber gefolgt werden muss.

Und das bringt mich zum Auslöser dieses Blogs, einem Artikel zur Bilanz der EVN.

Der fehlende Gartenzaun bei der EVN

Zuerst eine Vorbemerkung zur Einordnung: Ich bin dafür, dass Unternehmen Gewinne machen um einerseits Arbeitsplätze abzusichern und Investitionen zu ermöglichen und andererseits auch den Investoren einen Grund zu geben, ein Unternehmen zu betreiben.

„Verluste mit den Stromkunden“, so titelte ein Presseartikel. Es wird beklagt, dass die EVN mit den privaten Stromkunden 360 Mio. Euro Verlust macht. In einem Nebensatz wird dann erwähnt, dass 40% des Gewinns aus Internet, Wasserversorgung, Energiegewinnung (Wind und Wasserkraft) und Netzkosten gemacht werden. Und hier beginnt die Krux. Mit der internen Weitergabe von hohen Erzeugerkosten werden auf der einen Seite Gewinne erzielt, die dann auf der anderen Seite Verluste und den Grund für hohe Konsumentenpreise rechtfertigen. Und wenn dann Gewinne aus den Netzkosten gegen die Verluste bei den Stromverkäufen gerechnet werden, beweist das, dass die Entflechtung zwischen Stromerzeuger und Netzbetreiber bei der EVN nicht einmal am Papier stattgefunden hat.

Und hier ist der erste Gartenzaun, den ich virtuell gerne aufbauen würde, um die Verbindung zwischen Erzeuger und Netzbetreiber auch in der Praxis umzusetzen und den Kunden möglicherweise niedrigere Netzkosten zu ermöglichen. Und möglicherweise geht meine Milchmädchenrechnung zwischen Windkraft-Erzeugerpreis und Einkaufspreis für die Konsumenten innerhalb einer Erzeugergesellschaft (z.B. der EVN) dabei auch noch auf.

Der föderale Gartenzaun ist der höchste und unüberwindlichste

Schon im Jahr 2007 fasst Philipp Aichinger in einem Artikel der Presse die komplexe Aufgabenverteilung zwischen den Ländern und dem Bund zusammen:

Abhängig vom jeweiligen Rechtsgebiet gelangen vier verschiedene Varianten zur Anwendung:
1.) Der Bund macht die Gesetze und vollzieht sie.
2.) Der Bund macht die Gesetze, vollzogen werden sie vom Land.
3.) Der Bund macht die Grundsatzgesetze, das Land die Ausführungsgesetze und die Vollziehung.
4.) Das Land macht die Gesetze und vollzieht sie.

Und er freute sich im Frühjahr 2007, dass in kurzer Zeit die Staats- und Verwaltungsreform mit der Reform der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern stehen sollte.

Seit dem sind eh erst 19 Jahre vergangen und das einzige was passiert ist, dass sowohl Bund als auch Länder ihre Gartenzäune noch höher gezogen haben. Ausserdem gibt es nur mehr wenige aktive Politikerinnen und Politiker, die damals dabei waren und noch wissen worum es gegangen wäre. Also ist das Ganze im besten Fall etwas fürs Geschichte(n)buch.

Und das Forstrecht bleibt weiterhin in Bundeskompetenz, während das Wild darin nach Landesrecht gejagt wird. Wir haben auch schon vor 45 Jahren nicht verstanden, warum die Jugendlichen diesseits und jenseits von Enns (Niederösterreich-Oberösterreich) oder Leitha (Niederösterreich-Burgenland) unterschiedlich geschützt werden müssen.

Aber jeder Patient muss doch klar verstehen, dass z.B. Salzburg und Tirol ihre Patienten nach anderen Regeln in den Spitälern behandeln, oder etwa doch nicht? Und deswegen klagen heute die Bundesländer einander, man investiert in unterschiedliche IT Infrastruktur um es ja möglichst intransparent erscheinen zu können und wundert sich über steigende Kosten.

Und die Sozialversicherungs-Gartenzäune sind ganz besondere. 2020 wurde aus 9 Länderkassen eine Gesundheitskasse, der hier unnötige Föderalismus schien überwunden. Aber 7 Jahre später gibt es noch immer Länderegelungen, die statt in einen einzigen Vertrag gegossen zu werden, mit 9 Landesärztekammern prolongiert werden. Dabei wird auf den breiten Rücken und die noch breitere Geldbörse der Patienten und Steuerzahler gehofft.

Dabei könnte mit dem Abreißen so mancher Zäune, oder, damit es nicht gar so weh tut, dem Einbau von Toren bei ganz unüberwindlichen Zäunen viel Vertrauen in die (seriöse) Politik zurückgewonnen werden. Nebenbei sollten dabei bei einigem guten Willen auch einige Einsparungen drin sein.